Methodik
Wie die ViaVest-Simulatoren funktionieren, welche Annahmen sie verwenden und was sie nicht modellieren.
Allgemeines Prinzip
Jedes ViaVest-Tool ist ein vereinfachtes mathematisches Modell zu pädagogischen Zwecken. Ziel ist nicht die Vorhersage der Zukunft, sondern die Veranschaulichung der beteiligten Finanzmechanismen und die interaktive Erkundung der Schlüsselparameter.
Die Ergebnisse stellen keine Anlage-, Finanzierungs- oder Steuerberatung dar. Für jede wesentliche Finanzentscheidung konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Fachmann.
Rechner 01: Immobilien vs. Börse
Modell
Der Simulator vergleicht zwei Nettovermögenspfade mit gleichem Zeithorizont, gleichem Startkapital und gleichem monatlichem Budget:
- Kaufszenario: Das Startkapital dient als Eigenkapital, die Immobilie wird hypothekarisch finanziert. Der Immobilienwert wächst mit der gewählten jährlichen Wertsteigerungsrate (monatliche Verzinsung). Der Budgetüberschuss nach Hypothek wird an der Börse investiert. Das Endnettovermögen ist: Immobilienwert minus Restschuld plus angesammeltes Börsenportfolio.
- Mietszenario: Das Startkapital wird sofort investiert. Jeden Monat wird die Differenz zwischen Budget und Miete reinvestiert. Das Endnettovermögen ist das Börsenportfolio.
Annahmen und Einschränkungen
Dieses Modell berücksichtigt nicht: den steuerbaren Eigenmietwert, die obligatorische Amortisation der 2. Hypothek, die Unterhaltskosten (in einigen Kantonen auf 1% des Immobilienwerts pro Jahr geschätzt), Handänderungssteuern, Maklergebühren und Inflation. Diese Faktoren neigen dazu, den Kaufvorteil in den grossen Schweizer Städten zu reduzieren.
Rechner 02: Vermögensallokation (Monte-Carlo)
Monte-Carlo-Methode
Der Simulator generiert 1 500 unabhängige Zufallspfade. In jedem Simulationsjahr wird eine Jahresrendite nach einer Normalverteilung (Gauss) gezogen:
- Mittelwert: erwartete Rendite der Allokation (gewichtete Summe der Renditen pro Anlageklasse)
- Standardabweichung: Volatilität der Allokation (berechnet unter der Annahme einer Nullkorrelation zwischen Klassen)
Der verwendete Pseudozufallszahlengenerator ist Mulberry32 mit einem fixen Seed (123456789) zur Reproduzierbarkeit der Ergebnisse bei gleichen Parametern. Gausssche Zahlen werden mittels Box-Muller-Transformation generiert.
Rendite- und Volatilitätsannahmen
| Anlageklasse | Erwartete Rendite (jährlich) | Volatilität (Standardabweichung) |
|---|---|---|
| Aktien | 6.8% | 16.0% |
| Obligationen | 2.5% | 5.5% |
| Liquidität | 0.9% | 0.6% |
Diese Parameter basieren auf langfristigen historischen Mittelwerten der Weltmärkte (MSCI World für Aktien, Bloomberg Global Aggregate für Obligationen) und garantieren keine zukünftige Wertentwicklung.
Einschränkungen
Das Modell berücksichtigt nicht: Korrelationen zwischen Anlageklassen (in Krisen konvergieren sie), Inflation, Verwaltungsgebühren (TER der Fonds), Steuern auf Dividenden und Kapitalgewinne sowie periodisches Rebalancing des Portfolios.
Rechner 03: 3. Säule
Steuermodell
Die jährliche Steuerersparnis wird berechnet als: 3a-Einzahlung × geschätzter Grenzsteuersatz. Der verwendete Grenzsteuersatz ist eine Näherung basierend auf kantonalen Durchschnittstarifen (Kantons- und Gemeindesteuer + direkte Bundessteuer) für die vier verfügbaren Kantone:
| Kanton | Basis-Grenzsteuersatz (Einkommen ca. 100k CHF) |
|---|---|
| Genf (GE) | 28.5% |
| Waadt (VD) | 25.5% |
| Bern (BE) | 22.5% |
| Zürich (ZH) | 20.5% |
Für Einkommen über 80 000 CHF wird eine leichte Korrektur angewendet (bis zu +4 Prozentpunkte bei 280 000 CHF). Diese Sätze sind Näherungen und können je nach Ihrer Gemeinde, persönlicher Situation und anderen Abzügen erheblich abweichen.
Langzeitprojektionen
Die drei Kurven stellen dar: (1) das 3a-Sparkonto mit dem eingestellten Zinssatz, (2) das 3a-Wertschriftenkonto mit der eingestellten Rendite, (3) die gleichwertige Ersparnis ohne 3a (nach Steuern, zum Bankzinssatz). Der Maximalbetrag 2026 beträgt 7 258 CHF für Angestellte mit BVG-Anschluss.
Rechner 04: Kapital oder Rente BVG
Modell
Die garantierte Monatsrente wird berechnet als: Kapital × Umwandlungssatz / 12. Der Simulator vergleicht dann:
- Rentenszenario: Beide Linien starten beim gleichen Kapital und nehmen gemäss ihrer monatlichen Rate ab. Das Rentenkapital verringert sich monatlich um den Rentenbetrag (abzüglich Rendite). Das investierte Kapital verringert sich um den monatlichen Entnahmebetrag.
- Ziel: Veranschaulichen, wann jede Kapitalquelle aufgebraucht ist, und welche Option bei Ihrer Lebenserwartung besser passt.
Einschränkungen
Dieses Modell berücksichtigt nicht: die Steuer auf den Kapitalbezug (Kapitalauszahlungssteuer, 5 bis 15% je nach Kanton und Betrag), die jährliche Besteuerung der Rente als ordentliches Einkommen, Hinterbliebenenrenten (Ehepartner, Kinder), die AHV-Rente und die mit dem Alter steigenden Gesundheitskosten. Diese Faktoren beeinflussen den Vergleich stark und hängen vollständig von der persönlichen Situation ab.
Offizielle Quellen
Die in den Tools verwendeten regulatorischen Daten stammen aus folgenden Quellen:
- BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen): 3a-Maximalbeträge, BVG-Umwandlungssätze
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV): allgemeine Steuerinformationen
- BFS (Bundesamt für Statistik): demografische Daten und Lebenserwartungen
- IAZI: Schweizer Immobilienpreisindizes
- SNB: Daten zu Hypothekarzinssätzen
Aktualisierungsfrequenz
Die gesetzlichen Parameter (3a-Maximalbeträge, BVG-Umwandlungssätze, AHV-Rentenalter) werden bei jeder offiziellen Änderung aktualisiert. Die Renditenannahmen werden jährlich überprüft. Jede Seite zeigt das Datum der letzten Aktualisierung an.