Jedes Jahr zahlen Tausende von Schweizer Steuerpflichtigen ihre 3. Säule im November oder Dezember ein, manchmal ohne genau zu wissen, warum diese Einzahlung vorteilhaft ist oder wie der Effekt maximiert wird. Dieser Artikel erklärt den Mechanismus, die genauen Beträge für 2026 und einige praktische Punkte, die oft vernachlässigt werden.

Die Maximalbeträge 2026 in Zahlen

Für das Steuerjahr 2026 gelten folgende maximale Abzugsbeträge:

  • Angestellte mit BVG-Anschluss (2. Säule): 7'258 CHF pro Jahr
  • Selbstständige ohne 2. Säule: 20% des Nettoerwerbseinkommens, maximal 36'288 CHF pro Jahr
  • Ehegatten oder eingetragene Partner: Jedes Mitglied kann separat bis zum Maximalbetrag einzahlen, wenn es ein eigenes 3a-Konto hat

Diese Beträge werden durch die Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 3) festgelegt. Sie werden periodisch nach der Lohnentwicklung angepasst, in der Regel alle 2 bis 4 Jahre.

Jüngste Entwicklung: Der Maximalbetrag für Angestellte betrug 6'883 CHF in 2022, 7'056 CHF in 2023, 7'056 CHF in 2024 und 2025, dann 7'258 CHF ab 2026. Jede Erhöhung steigert die maximale jährliche Steuerersparnis.

Die Frist: 31. Dezember, aber nicht der 31. Dezember

Technisch gesehen muss die Einzahlung bis zum 31. Dezember auf Ihrem 3a-Konto gutgeschrieben sein, um im laufenden Steuerjahr abziehbar zu sein. In der Praxis bedeutet das:

  • Für Banküberweisungen: Die Order sollte spätestens um den 26.-28. Dezember erteilt werden (Bankfristen variieren je nach Institut)
  • Für Online-Anwendungen (VIAC, Finpension, etc.): Die meisten verarbeiten Orders bis zum 28.-29. Dezember
  • Für internationale Überweisungen oder von ausländischen Konten: Grösseren Spielraum einplanen

Zur Sicherheit eliminiert eine Einzahlung vor dem 20. Dezember jedes Risiko durch Jahresend-Verarbeitungsfristen. Es gibt keinen Vorteil darin zu warten: Die Steuerersparnis ist gleich, ob im Januar oder Dezember eingezahlt wird.

Was der Abzug wirklich bedeutet

Der 3a-Abzug reduziert Ihr steuerbares Einkommen. Die jährliche Steuerersparnis hängt von Ihrem Grenzsteuersatz ab, der je nach Einkommen, Gemeinde und Kanton variiert. Schätzungen für ein Bruttogehalt von 100'000 CHF und eine Einzahlung zum Maximalbetrag (7'258 CHF):

KantonGeschätzter GrenzsteuersatzJährliche Steuerersparnis
Genfca. 28.5%ca. 2'070 CHF
Waadtca. 25.5%ca. 1'850 CHF
Bernca. 22.5%ca. 1'630 CHF
Zürichca. 20.5%ca. 1'490 CHF

Die Brutto-Steuerersparnis bei Maximalbetrag beträgt je nach Kanton also 1'500 bis 2'100 CHF, noch vor Zinsen oder Rendite. Das ist eine sofortige Rendite von 20 bis 29% auf den im Jahr investierten Betrag.

Bei höheren Gehältern (150'000 bis 200'000 CHF) steigt der Grenzsteuersatz, was den Abzug noch vorteilhafter macht: Die Ersparnis kann 2'500 bis 3'000 CHF pro Jahr auf den Maximalbetrag erreichen.

Soll man den Maximalbetrag einzahlen oder weniger?

Als Faustregel gilt: Den vollen Maximalbetrag einzuzahlen ist optimal, wenn Sie es sich leisten können. Das Argument ist einfach: Der sofortige Steuerabzug ist gewiss und garantiert, unabhängig von der künftigen Rendite des 3a.

Wenn Sie nicht den vollen Maximalbetrag einzahlen können, zahlen Sie so viel wie möglich ein. Es gibt kein gesetzliches Minimum. Und Sie können die Vorjahre nicht nachholen: Der Maximalbetrag ist jährlich und nicht kumulierbar.

Wenn Sie zwischen 3a-Einzahlung und Hypothekarablösung abwägen, hängt der Vergleich von Ihrem Hypothekarzins und Ihrem Grenzsteuersatz ab. Ein Hypothekarzins von 2% und ein Grenzsteuersatz von 25% machen das 3a im Jahreslauf vorteilhafter (25% sofortige Steuerersparnis gegenüber 2% gesparten Zinsen). Die persönliche Situation hat aber immer Vorrang.

Die Strategie der mehrfachen Konten

Einer der häufigsten Fehler beim 3. Pilier: nur ein 3a-Konto zu haben. Das Problem zeigt sich bei der Pensionierung. Das bezogene 3a-Kapital wird separat vom ordentlichen Einkommen zu einem reduzierten progressiven Satz besteuert. Je höher der bezogene Betrag, desto höher der Steuersatz (die Auszugssteuer ist progressiv).

Wenn Sie 300'000 CHF auf einem einzigen Konto angesammelt haben, bezahlen Sie die Auszugssteuer auf einmal auf 300'000 CHF. Wenn Sie 5 Konten mit je 60'000 CHF haben, können Sie diese über 5 verschiedene Jahre beziehen, jedes Mal zu einem tieferen Satz.

Die praktische Empfehlung: Alle paar Jahre ein neues 3a-Konto eröffnen, statt alles auf demselben anzuhäufen. Am Ende der Karriere werden oft 3 bis 5 3a-Konten empfohlen.

3a Sparkonto oder 3a Wertschriften?

Die Frage des Anlageträgers ist genauso wichtig wie der eingezahlte Betrag. Das 3a-Sparkonto bietet einen garantierten Zinssatz (aktuell 0.5 bis 1.5% je nach Institut). Sicher, aber oft unterhalb der Inflation.

Das 3a-Wertschriftenkonto investiert in Indexfonds (Schweizer Aktien, globale Aktien oder gemischt). Die erwartete Rendite beträgt langfristig 4 bis 6% pro Jahr, mit bedeutenden jährlichen Schwankungen. Der Unterschied im Endkapital nach 30 Jahren kann erheblich sein.

Bei einem Horizont von 15 Jahren oder mehr und wenn Sie eine Wertschwankung ohne Panik tolerieren können, generiert das 3a-Wertschriftenkonto in der Regel ein deutlich höheres Kapital. Bei einem kurzen Horizont (weniger als 10 Jahre bis zum Bezug) ist das Sparkonto sicherer.

Was die Auszugssteuer am Kalkül ändert

Beim Bezug Ihres 3a-Kapitals wird dieses einmalig zu einem reduzierten Satz besteuert. Beispielhaft:

  • In Genf: ca. 7 bis 9% auf 100'000 CHF 3a-Kapital
  • In der Waadt: ca. 5 bis 7%
  • In Zürich: ca. 4 bis 6%

Selbst unter Berücksichtigung dieser Auszugssteuer bleibt der 3a-Vorteil in nahezu allen Szenarien positiv. Die kumulierte Steuerersparnis über 30 Jahre überwiegt die beim Bezug bezahlte Steuer deutlich.

Praktische Zusammenfassung für 2026: Einzahlen vor dem 20. Dezember, bis 7'258 CHF wenn möglich. Wertschriften-3a wählen, wenn der Horizont über 15 Jahre liegt. Neues Konto eröffnen, wenn noch kein zweites vorhanden ist.

Weiterführende Informationen

Die Säule 3a ist der wirkungsvollste Einzelabzug, aber sie ist Teil eines breiteren Gesamtbildes. Fahrtkosten, Weiterbildung, Kinderdrittbetreuung, Schuldzinsen, BVG-Einkauf: Die weiteren abzugsfähigen Positionen mit den DBSt-Beträgen 2026 sind in unserem Artikel zu den 10 effektivsten Steuerabzügen in der Schweiz beschrieben.

Der ViaVest-3.-Säule-Rechner ermöglicht die Berechnung Ihrer genauen Steuerersparnis nach Kanton und Lohn sowie die Visualisierung des Langzeitverlaufs je nach gewähltem 3a-Typ.

Berechnen Sie Ihre Steuerersparnis 2026 und vergleichen Sie 3a Sparkonto vs. 3a Wertschriften über Ihren Horizont.

3.-Säule-Rechner öffnen

Quellen: BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen), BVV 3 (Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, Art. 7), Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Beträge gültig für das Steuerjahr 2026.